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Hier beschreibt Rue Hess was sie unter Intuition versteht und wie sie diese während der Arbeit mit ihren Klienten anwendet. Berater und Therapeuten finden hier geeignete Anregungen, wie sie sich optimal auf Klienten einstellen können.
Ulrich Görres, Editor
Was ist Intuition? Wie finde ich meine?
Von Rue Hass, EFT MasterOriginal von Gary Craigs Webseite, www.emofree.com Übersetzt von Gisela Kissing, 2008 (dieser Artikel spricht mir aus der Seele), www.divinaluce.com
Ich denke, dass ich sehr intuitiv bin, aber ich musste erst lernen, wie es für mich funktioniert. Ich bin oft von anderen Menschen umgeben gewesen, die „geistig geführt“ werden, “eine innere Stimme hören“, „mit den Engeln sprechen“ oder „Visionen“ haben. Ich will in keinster Weise die Realität der Erfahrungen dieser Leute schmälern, denn ich habe davon genug gehört um zu wissen, dass es wahr ist. Es ist halt so, dass es bei mir nicht auf diese Weise klappt.
Für mich bedeutet Intuition, mich in einem inneren Zustand zu befinden, wo ich den „Raum halte“. Dies ist ein innerer Zustand, wo ich, meine Vorstellungskraft nutzend, absichtlich mich durch Geist meines Herzens mit dem Geist des Herzens meines Klienten verbinde. Was immer dann auch zwischen uns geschieht, passiert innerhalb des Energiefeldes dieser Verbindung.
Während ich den Raum halte, liegt meine Aufmerksamkeit bei der anderen Person, ihrer Stimme, ihrem Körper und etwas was ein Hellseher Aura nennen würde, obwohl ich nicht jemand bin, der von sich glaubt, dass er die Aura sehen kann. Ich fühle mich buchstäblich in die Person hinein, fühle /stelle mir vor wie es sein muss sie zu sein, mit ihrer Erfahrung. Fragen tauchen auf, formuliert durch meine natürliche Kuriosität wie es für diese Person sein muss in diesem Zustand zu sein, oder dieses Problem oder einen bestimmten Glauben zu haben.
Ich stelle fast immer die Fragen an die Klienten, die zu mir kommen. I frage immer in einer bestimmten Weise in dieser Situation mit einem Satz wie, „dies ist was mir in den Sinn kommt. Falls es sich für dich nicht richtig anfühlt, geh gar nicht darauf ein. Ersetze den Satz mit einem anderen, benutze deine eigenen Wörter, Gedanken und Gefühle“.
Gleichzeitig halte ich meine eigene innere Achtsamkeit, offen für Gedanken, Worte, Bilder, Eindrücke und Energien. Einige dieser Eindrücke kommen aus der Verbindung des Teils in mir, der all die Informationen einschätzt, die er aufnimmt. Andere Eindrücke glaube ich kommen von weiter her, oder sind tiefer in mir.
Für mich ist ein intuitiver Eindruck einer, der normalerweise kommt und sich wie ein kurzer, direkter Gedanke anfühlt, ganz allein so, als ob er von einem offenen Raum umgeben ist. Er scheint nicht von „irgendwoher“ zu kommen. Oder falls „jemand anderer“ zu mir spricht, kommt er wohl verpackt als mein eigener Gedanke an. Diese ganze „durch mich aber nicht von mir“ Idee macht für mich nur Sinn, wenn ich miteinbezogen werde in dieses Rezept. Mir gefällt die Idee, dass ich ein Portal bin, besser.
Ich denke mir das so: hier wird Weisheit gebraucht, und gerade in diesem Moment und in dieser Situation bin ich die Tür, durch die sie kommen kann. Es ist von mir. Wenn ich nicht hier wäre, könnte die Weisheit vielleicht nicht einen Eintritt in diese Welt finden. Ich will dafür Verantwortung tragen, was ich fühle und weiß. Ich erlebe die Sprache meiner eigenen Intuition als hören und verbal.
Dawna Markova, unter anderen, hat vorgeschlagen, dass wir alle eine Sprache unserer Seele/Geist… haben, die durch einen Körpersinn kommt und unsere tiefste und wahrste Stimme ist. Das bedeutet für einige von uns innerlich Farben und Bilder zu sehen, körperliche Gefühle zu haben oder sogar Gerüche wahrnehmen zu können. Und manchmal meint Intuition einfach nur ein plötzliches Wissen.
Wir haben für all das schon Begriffe: Plötzlich flackern die Bilder vor meinen Augen herum. Ich fühle es im Bauch, so ein geerdetes Gefühl. Ich höre meine Stimme in meinem Kopf. Ich habe so ein Gefühl in meiner Brust, so als ob etwas herauswollte. Ich habe außerdem die Absicht, mit dem zu arbeiten was mir meine inneren Freunde zugänglich machen. Über die Jahre habe ich ein Vertrauen entwickelt, dass Hilfe immer da ist.
Ich mache so oft die Erfahrung, wenn ich achtsam bin, klar und aufgeräumt mit meinen eigenen Gedanken, Gefühlen oder vorgefertigten Meinungen, und wenn ich im Inneren um Hilfe bitte, kommen mir Vorschläge, die nächsten Fragen, oder der Hinweise einen neuen Aspekt zu untersuchen, in den Kopf. Niemals Antworten, immer nur Angebote.
Dies sind die internen Set-ups die ich anwende, um sicherzugehen, dass meine Intuition hat, was sie braucht um gut zu funktionieren:
- Ich halte meine Aufmerksamkeit ganz fokussiert auf meinen Klienten
- Ich bin sehr aufmerksam bei Veränderungen meines Klienten und achte auf
- Körpersprache - Atmen (viele Leute hören auf zu atmen, wenn sie unter Stress sind)´ - Augen - Hautbeschaffenheit - Worte
· Wann immer ich eine Veränderung bemerke, und wenn sie noch so winzig ist, halte ich möglicherweise an und frage: - Was fühlst du in diesem Moment? - Worüber hast du gerade nachgedacht als ich das sagte?
- Ich tue mein Bestes, um jeden Zweifel und jede Sorge um meine Fähigkeiten und meinen Selbstwert zur Seite zu schieben, so dass nichts den Raum in meinem Kopf zustellt.
- Ich höre die verschiedenen inneren Stimmen in einem Menschen heraus, die unterschiedliche Stellungen zu einem Thema einnehmen. Oft merkt der Klient selber nicht, dass er unterschiedliche interne Meinungen hat, aber seine inneres Missverhältnis wird für einen genauen Beobachter offenbar.
- Ich bitte innerlich um Hilfe, und achte dann darauf was kommt
- Ich bin unendlich, tief neugierig, bereit an verschiedene Türen zu klopfen, bis sich eine öffnet
- Ich bleibe offen für meine eigene Vorstellungskraft
- Ich erfinde Wege, um eine Metapher für ein Symptom zu gebrauchen
- Ich benutze Humor
Ich bringe meine Aufmerksamkeit immer wieder zu diesen Punkten zurück. Meine Arbeit so zu tun, ist wie eine Meditation. Ich komme aus einer Session heraus und fühle mich energiegeladen und schwebend, statt ausgebrannt und leer.
I glaube, dass „Burn-out“ daher kommt, wenn wir uns zu sehr anstrengen. Wenn ich mich nicht darum kümmern muss, was die anderen über mich denken, kann ich mich ganz auf den Klienten einstellen. Wir wandern auf dem Pfad seines Themas zusammen, gucken in Höhlen und dunkle Ecken, verändern Blockaden, räumen den Weg auf. Es ist eine Partnerschaft. Dies ist meine besondere Art EFT zu machen.
Du hast sicher bemerkt, falls du andere Praktizierende beobachtet hast, dass jede Person ihren eigenen Stil entwickelt. Als ich EFT gelernt habe, dachte ich anfangs, EFT sei zu mechanisch für mich.
Als ich aber Gary in Person gesehen habe, und seine elegante, abwechslungsreiche und humorvolle Art der Annäherung beobachten konnte, wie er sich von den Klippen stürzt, um auszuprobieren ob er fliegen kann, ohne die Angst zu fallen, dachte ich: „Oh! EFT intuitiv und kreativ anzuwenden kann ja so viel Spaß machen!“
Rue Hass
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