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Wozu Kenntnisse über Trauma-Reaktionen, ich kann doch EFT ? PDF Drucken E-Mail
Die Forderung vieler erfahrener EFT-Therapeutinnen und Therapeuten nach traumatologischen Grundkenntnissen erscheint auf den ersten Blick kaum verständlich. Wird doch EFT in der einschlägigen Literatur oft als leicht erlernbare Technik angepriesen, um seelische und körperliche Probleme in kurzer Zeit und ohne Risiko zu lindern oder zu beheben.
Nur - gerade weil EFT so schnell und so tief wirkt, kann jeder, der mit dieser Methode arbeitet , oft  völlig unerwartet , auf eine schwere Traumareaktion  (hier gemeint im klinischen Sinn, wie z.B. schwere Schock- und Panikzustände, Wegtreten aus dem Kontakt bis hin zu bewußtlosigkeitsartigen Zuständen,  Schwindel- und Ohnmachtsgefühle,  Übelkeit, Denk-, Sprach- und Erinnerungsstörungen, um nur ein paar Möglichkeiten davon aufzuzählen…) stoßen. Deshalb sollte jeder verantwortungsvolle EFT-Anwender die entsprechenden Risikogruppen  dafür kennen und seine EFT Methoden bereits bei Verdacht auf diese entsprechend einstellen können.

Hierzu ein Erlebnis aus meiner Zeit als EFT-Anfänger vor ca. fünf Jahren. Ich hatte gerade zwei EFT-Kurse absolviert.  Ich war voller Begeisterung und habe meine neu erworbenen Kenntnisse sofort und sehr erfolgreich bei meinen Klienten eingesetzt.Eines Tages bat mich eine Bekannte um Hilfe gegen ihre Angst, vor vielen Menschen einen Vortrag zu halten. Sie war ca. 65 Jahre alt, hatte hohe fachliche Qualifikationen und sollte in 14 Tagen vor mehreren hundert Menschen sprechen.

Ich stellte ihr EFT kurz vor und begann, zu klopfen. Wir begannen mit der Angst, vor vielen Menschen zu sprechen. Unter dieser Schicht zeigte sich die Angst, zu verhungern. Sie erinnerte sich, dass ihr Großvater ihr in den letzten Kriegsjahren häufig etwas von seinen Lebensmittelrationen zugesteckt hat und dann selbst an Entkräftung gestorben sei. Wir klopften ihre Schuldgefühle für seinen Tod … Mit jeder Schicht, die verschwand, erschien ein neues, noch bedrohlicheres Thema.
Diese EFT-Sitzung fand ihren Höhepunkt darin, dass meine Bekannte sich als kleines Mädchen panisch weinend und schreiend im Bombenhagel in den letzten Kriegsjahren auf dem Weg zum Luftschutzkeller fühlte. Erst nach dem wir alle einzelnen Aspekte dieser Situation geklopft hatten, zeigte sich Erleichterung. Diese Behandlung hatte trotz aller Dramatik ein gutes Ende und wir waren beide glücklich und erleichtert über das Resultat. Ihre Schlafstörungen verschwanden danach und letztlich konnte sie souverän ihren Vortrag vor einer interessierten Zuhörerschaft halten. Dieses Mal ging es gut, Glück gehabt… Dennoch war ich sehr überrascht und betroffen über diesen Verlauf.

Wie wäre diese Behandlung abgelaufen ohne meinen therapeutischen Hintergrund und ohne meine vorherige Praxiserfahrung, die damals immerhin schon 8 Jahre zählte?Wie hätte ich die Situation gemeistert, wenn die Klientin nicht nur ihre massive Panik, sondern auch eine echte Trauma-Reaktion (im klinischen Sinn) gehabt hätte? Was, wenn sie den Kontakt während der Behandlung zu mir innerlich abgebrochen hätte oder im Schock halb oder gar ganz „weggetreten“ wäre, alles häufige traumatypische Symptome? Was hätte ich dann gemacht? Davon hatte ich damals in Bezug auf EFT keine Ahnung, auch mein Seminarleiter anscheinend nicht. Der wußte damals nämlich leider auch nichts dazu zu sagen, als ich ihm diese Frage, betroffen von meinem Erlebnis, im nächsten Ausbildungs-Kurs stellte.
 
Ich wäre damals froh gewesen um einen Hinweis, wie ich eine schwere Trauma-Reaktion denn von einer ganz „normalen“ Panikreaktion unterscheiden kann. Ich hätte mich viel sicherer gefühlt mit speziell geeigneten Methoden für akute Trauma-Reaktionen in meinem  „EFT-Rucksack“. Dann hätte ich gewußt, wie ich meinen Klienten auch in solch einer Lage wirklich helfen kann, anstatt sie dem Risiko einer erneuten Re-Traumatisierung durch meine Behandlung auszusetzen. Denn das wäre das letzte gewesen, was ich ihr als Ergebnis meiner EFT-Sitzung gewünscht hätte – eine Destabilisierung für ihren Alltag durch vermehrte Schlafstörungen, unfreiwillige Flash-Back-Zustände am Tag und in der Nacht und massive Konzentrationsprobleme bei ihren täglichen, verantwortungsvollen Aufgaben!

„Es gibt immer noch viel zu wenig GUTE Trauma-Therapeuten. Diese werden oft händeringend von den Betroffenen gesucht! Ich habe verzweifelte Anfragen von Klienten aus dem gesamten deutsch-sprachigen Raum hier im Büro. Einige haben bereits mehrere gescheiterte Therapieversuche hinter sich … bedauerlicherweise auch durch unsachgemäß durchgeführte energetische Behandlungen…“  berichtet mir Anja Corinna Straßner, erfahrene Traumatherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Das Risiko einer Re-Traumatisierung durch eine unsachgemäße EFT-Behandlung bei manchen Klienten-gruppen wird hier leider immer wieder unterschätzt.
Deswegen ist bei ihr das Basisseminar „EFT und Trauma“ seit Jahren der verbindliche zweite Teil ihrer Level 3 Kurse. Auch EFT-Trainerin Maya de Vries ist hat dieses  Seminar als verbindlichen zweiten Teil ihrer Level 3 Kurse in Köln eingeführt. Darüber hinaus bietet Anja Corinna Straßner seit diesem  Jahr erstmalig deutschlandweit ihre „EFT und Trauma“ Basis- und Aufbauseminare auch für alle anderen EFT-Anwender an, die sich auf dem Gebiet „EFT und Trauma“ weiterbilden möchten.  Zugangsvoraussetzung dafür sind ein abgeschlossenes Level 3 und solide Kenntnisse der Reframing - Techniken mit EFT.

Denn auch schwerwiegende Traumatisierungen können schnell und schonend mit speziell für den Einsatz in der Traumatherapie entwickelten EFT-Techniken tiefgehende Heilung erfahren.
 
Bitte beachten Sie die Fortbildungsangebote hierzu im Veranstaltungskalender.
 
Peter Wilhelm Speckhahn, Vorstandsmitglied im EFT-Dach-Verband
 

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