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EFT verringert riesengroßen Selbsthass und Zorn PDF Drucken E-Mail

Menschen, die gewalttätig werden, haben meist selbst unter Gewalt in ihrer Kindheit gelitten. Auch sie können mit EFT nachhaltig etwa den dabei vorhandenen Hass auf sich selbst und den Zorn auf andere abbauen. Nach 35 Jahre mehr oder weniger erfolgloser Therpieerfahrung schaffte es Samuel endlich mit EFT unter Zoe Zimmermanns Anleitung seinen Hass aufzulösen. Ich schließe mich der Anmerkung der Übersetzerin an: 'Diese Geschichte macht Mut. Wir werden Zeuge, wie tiefster seelischer Schmerz mit EFT regelrecht erlöst werden kann.'

Ulrich Görres, Editor 


EFT verringert Selbshass und Zorn
 
von Zoe Zimmermann,
veröffentlicht 24.7.2009 in Garys Newsletter, nachzulesen unter www.emofree.com  Übersetzung: Gisela Kissing, EFT-ADV, EFT-Expertin

Seit einigen Jahren benutze ich ausschließlich EFT mit Klienten. Ich habe dabei viele unglaubliche Dinge erlebt, aber ich glaube, dies ist die erstaunlichste und schnellste Klienten-Transformation die ich je erlebt habe.

Kürzlich kam Samuel (nicht sein richtiger Name) zu mir, weil er eine Reihe von sich wiederholenden Episoden extremen Selbsthasses und Zorn auf alles erlebte. Dazu noch Gedanken, wie etwa die, seine Frau so lange abzulehnen und sich ihr zu entziehen, bis sie ihn rausschmeißen würde und er sich dann selbst umbringen könnte. 

Als er sich selbst beschrieb, wurde klar, dass seine Sicht auf die Welt und seine Aktionen typisch sind für jemanden, der innerhalb der Familie als Außenseiter aufgewachsen ist: Außenseitern wird gesagt und gezeigt, dass sie zu Hause alles falsch machen und irgendwie gar nicht zur Familie gehören. Sie verinnerlichen das und lernen ihre Familie, sich selbst und die Welt zu hassen. Sie fühlen sich gezwungen, verbal oder durch Aktionen sich von ihrer Familie und jeder anderen Gruppe abzuwenden, mit der sie zu tun haben. Es ist dann ein schreckliches Leben, voller Ängste und Schmerzen. 

Sobald Samuel zu mir in die Sprechstunde kam, begann er mir detailliert von einer Reihe von horrenden Kindheitsgeschichten zu berichten, wo er durch die Hände seiner eigenen Mutter physisch attackiert und misshandelt wurde und hilflos zusehen musste, wie seine Mutter von ihren Liebhabern brutal geschlagen und manchmal dabei fast getötet wurde. Er hat sie erlebt als jemanden, die geglaubt und auch danach gehandelt habe, dass er völlig wertlos sei und dass er absichtlich die Schlägereien mit ihren Liebhabern herbeiführt hat, und erzählte mir, dass seine Mutter seit dem 17ten Lebensjahr eine zornige Alkoholikerin sei.

Er sagte mir, dass er sie verachte und so sehr hasse, dass, als seine Schwester ihn bat zu ihrer Beerdigung zu kommen, er ihr sagte: „du willst nicht wirklich, das ich komme, weil ich auf ihr Grab spucken würde.“ Er sprach auch davon, dass er seiner Schwester gegenüber verschleierte Andeutungen mache sie umzubringen, Fantasien habe, wie gut es wäre, ihren Mann umzubringen, und erzählte, wie er erst kürzlich eine teure Ausrüstung zerschmettert habe, obwohl er ohne sie nicht arbeiten kann, nur weil er sich über einen Kollegen geärgert habe.

Er sagte mir voller Sarkasmus, dass sein Kollege ihn „spielerisch“ in den Arm gekniffen habe, und er demonstrierte an meiner Couch  wie er dieses Kneifen empfand,   indem er seine Faust mit geballter Wucht auf die Armlehne niedersausen ließ. Einen Augenblick später gab er zu, dass sein Kollege es wahrscheinlich nicht so hart getan habe. Zum Schluss meinte er noch, dass es für seine Frau das Beste sei, sich so sehr von ihr zu entfremden, dass sie ihn verlassen würde und er sich dann selbst „mein Gehirn zerschießen“ könnte. (er sagte allerdings, dass er das wahrscheinlich nicht tatsächlich machen würde.)Er fühlte, er sei zu schlimm für andere. Trotzdem war seine Frau seit dreißig Jahren mit ihm zusammen und liebt ihn immer noch, bis zum heutigen Tage.

Ich schlug vor, dass es doch auch etwas Gutes in ihm geben müsste. Er berichtete, dass seine Frau ihm sagt, dass er Liebe in seinem Herzen habe und anderen Freude bringe, nichts was er jetzt gerade fühle.

Ich wusste, dass ich ihm irgendwie dabei helfen musste, dass er wieder das Gefühl bekam, wieder dazu zu gehören.  Wir fingen an zu klopfen: 

Obwohl ich mich wertlos fühle und mich von der Gesellschaft zurückziehen will, erkenne ich an dass ich so empfinde und ich erkenne auch an, dass meine Frau mich liebt und fühlt, dass ich zu ihr gehöre.  (Er konnte nicht sagen dass er sich akzeptierte oder Mitgefühl für sich empfinde). 

Der Satz machte alles etwas leichter. Er konnte mir keinen Belastungswert auf der Skala nennen. Er sagte, dass seine Frau ihn liebe, weil er, laut ihrer Sicht, an andere denkt und er großzügig sei.  Er sagte, dass er nie an sich denke. Zum Beispiel als er einen selbständigen Beruf mit drei anderen Freiberuflern ausübte, teilte er das Geld durch drei und vergaß, dass er selbst auch mitgearbeitet hatte und ihm Geld zustand. Wir klopften: 

Obwohl ich mich wertlos fühle und mich zurückziehen will, ...
Obwohl ich nie an mich denke und mich ausschließe, akzeptiere ich, dass ich so bin.  

Er begann zu schluchzen, ich klopfte an ihm weiter, und schlug ihm vor bei dem zu bleiben was gerade in ihm vorging. Ich wiederholte ähnliche Sätze (wie oben) die er, wenn sein Weinen es erlaubte, mitsprach.  Ich fügte noch hinzu:

vielleicht muss ich mich nicht länger ausschließen; vielleicht kann ich auch an mich denken.“ 

Nach kurzer Zeit wurde das Weinen ruhiger und er sah viel weicher aus. Er sagte von sich dass er sich viel leichter fühle und das was gerade passiert sei völlig neu für ihn sei.  

Nach ein paar Tagen kam Samuel zur nächsten Beratung. Er sagte, dass er seit der ersten Session sich immer noch leichter fühle und sich interessanterweise ein Problem, dass er seit seinem Autounfall vor 1 ½ Jahren hatte, verbessert habe. Bei dem Unfall war er mit einem metallenen Gegenstand, der sich vom Rücksitz gelöst hatte am Kopf verletzt worden und hatte seitdem Schwierigkeiten , Wörter und Sätze zu formulieren. Er bemerkte dass sein Kopf und seine Sätze seit der letzten Sitzung klarer waren. Und als seine Frau ihn eines Tages anrief um ihn zu fragen wie es ihm gehe,  sagte er„ich fühle mich gut“.

Soweit er sich zurückerinnern konnte hatte er sich noch nie gut gefühlt, oder jemandem gesagt, dass er sich gut fühle, selbst nicht nachdem er 35 Jahre lang Therapie gemacht habe. Er sagte außerdem, dass er verstehe dass seine Mutter sehr krank war und er eigentlich Mitleid für sie empfinde. Dies war völlig anders als seine Hassgefühle und dem Ekel  seiner Mutter gegenüber, den er während der ersten Sitzung zum Ausdruck brachte.  

In dieser Sitzung bearbeiteten wir eine seiner schrecklichsten Kindheitserinnerungen, welche er in der ersten Sitzung als besonders negativ bewertete.  Wir gaben diesem Ereignis den Titel „Riemen“ und begannen mit der Tränenlosen Trauma Technik  und einer Einstufung von 10 auf der Skala von 0-10. 

Auch wenn ich diese „Riemen“ Erinnerung habe, ... 

Nach ein oder zwei Runden sagte er, es fühlte sich an als ob er über der Erfahrung schwebe, und keine weitere Perspektive habe. Er sah auf das Ereignis herunter statt Teil davon zu sein. Jetzt vermutete er, dass der Intensitätslevel vielleicht noch eine 1 sei wenn er sich mit den Einzelheiten  des Ereignisses beschäftigen würde. Dann fragte ich ihn nach Gefühlen um das Ereignis herum. Er sagte, dass er wütend auf seine Schwester sei, eine 10 auf der Skala von 0-10. 

Auch wenn ich wütend auf meine Schwester bin weil ___________, schicke ich meinem jungen Selbst (inneren Kind) Mitgefühl. Obwohl ich sauer bin auf meine Schwester, weil __________, vergebe ich mir selbst für meinen Anteil an diesem „Riemen“ Ereignis, und, um etwas Erleichterung zu bekommen, vergebe ich meiner Schwester für ihren Part in der „Riemen“ Geschichte. Ich verstehe jetzt, dass sie vielleicht irgendwie selber versucht hat sich auf ihre Weise zu retten um zu überleben.  

Nach dieser Runde war der Belastungswert bereits auf 1 oder 2 von 10 gesunken. Er realisierte, dass die restliche Belastung mit der Erinnerung  an all die anderen schmerzhaften Dinge, die in jenem speziellen Haus passiert waren, zusammenhing.

Obwohl ich immer noch etwas Wut gegenüber meiner Schwester empfinde, und diese Erinnerung mit all den anderen Ereignissen in jenem Haus wie zusammengeschweißt sind, wähle ich, diese Erinnerung von den anderen zu trennen, ich schicke meinem jungen Selbst Mitgefühl und Liebe, und ich gebe mir selbst jetzt die Erlaubnis dieses vergangene Ereignis in mir zu heilen.

Diese Runde brachte seine Wut auf seine Schwester auf 0. Dann begannen wir die tatsächlichen missbräuchlichen Handlungen, die seine Mutter an ihm vorgenommen hatte, zu bearbeiten. (Ich sage hier nicht, was sie alles getan hat, um den Leser davor zu schützen, selbst bei der bloßen Vorstellung  daran traumatisiert zu werden). Die Intensität für diesen Schmerz war wiederum eine 10. 

Auch wenn ich mich daran erinnere wie weh es getan hat und wie alles was ich sagte einfach ignoriert wurde, ...Auch wenn ich mich so hilflos fühlte, weil nichts was ich sagte sie zum Stoppen brachte, schicke ich Mitgefühl zu meinem jungen Selbst (inneren Kind) und lasse es wissen dass ich es liebe. Ich vergebe mir für alles was ich zu ____________ beigetragen habe, und ich vergebe meiner Mutter. Sie war krank und hatte selber eine Menge innerer Schmerzen. Sie hat wahrscheinlich das Beste getan was sie konnte, bedenkt man ihren eigenen Hintergrund und ihre Lebenserfahrungen.  Ihr Bestes war überhaupt nicht gut, aber es war das Beste dass sie geben konnte. 

Er stimmte allem zu. Er sagte, dass der fühlende und denkende Teil von ihm, der so lange abgetrennt gewesen war, jetzt wieder mit ihm verbunden sei.  Der Stresswert war jetzt sehr gering, vielleicht eine 1 oder 2. Er realisierte, dass seine Mutter vielleicht mehr Liebe in ihrem Leben gebraucht hätte und fühlte mehr Verständnis, Mitleid und Mitgefühl für sie. Und für sich selbst. 

Jetzt dachte er darüber nach, dass es doch eigentlich sehr erstaunlich sei, dass er so lange überlebt hatte, ohne andere ernsthaft zu verletzen, und dass es halt „Pech“ war, dass alles durchlebt zu haben, was sie ihm angetan hatte. 

Wir wendeten uns noch einem anderen Aspekt der Erinnerung zu, der auch sehr intensiv war, als er mir in der ersten Beratung davon erzählte.  Er fühlte sich jetzt „neutral“ wenn er daran dachte. Ich bat ihn darum, die ganze Geschichte noch einmal laut zu erzählen, detailliert, um das Ergebnis zu testen und es blieb bei 0. Er sagte mir, dass in all den Jahren die er zur Therapie ging, sich nichts wirklich verändert hatte. Und in zwei Sitzungen mit EFT fühle er sich vollkommen verändert. Er sagte auch, dass er vorher nie so etwas wie Vergebung seiner Mutter gegenüber gespürt habe, und er mit Sicherheit nie einem anderen gegenüber dieses Verzeihen zum Ausdruck gebracht hätte. Aber jetzt fühle er es vollständig. Er fühlte sich jetzt vollständig ruhig und gelassen gegenüber dem Ereignis, und befreit von seinem Schmerz. 

In der nächsten Sitzung, bearbeiteten wir ein anderes Ereignis, dass jetzt auch schon einen viel niedrigeren Belastungswert hatte als beim ersten Treffen. Der einzige Aspekt der noch hartnäckig einen Stresswert von 10 hatte, waren seine negativen Gefühle über sich selbst  seine starken Wutgefühle betreffend.  Nachdem wir geklopft haben, war er in der Lage seine Wut zu akzeptieren und den Unterschied zwischen dem Gefühl Wut und dem Ausagieren von Gewalt wie es seine Mutter und ihre Liebhaber regelmäßig getan haben, zu sehen. Es war das erste Mal, so sagte er, dass er sich selbst und seine Gefühle von Ärger und Zorn akzeptieren konnte ohne die Angst, dann genauso zu werden wie sie. Eine riesige Erleichterung für ihn.

Zu Beginn der vierten Sitzung berichtete er, dass er seit der letzten Beratung in der Lage war, negative Gedanken, sobald sie auftauchen wollten zu stoppen. Er hat das nie vorher gekonnt; zuvor war er innerlich getrieben, sobald dunkle Gedanken auftauchten, sich für lange Zeit wie besessen sich mit ihnen zu beschäftigen. Er sagte, dass er sich seit der letzten Sitzung richtig gut fühle- sehr ungewöhnlich für ihn und in der Vergangenheit unvorstellbar.

Ich sprach noch einmal die unterschiedlichsten Vorkommnisse der Vergangenheit  mit seiner Mutter an, die er mir bei seinem ersten Besuch mit vehementer Intensität erzählt hatte. Nur eine von den Geschichten hatte mehr als eine 1 oder 2, nämlich eine 3. Wir arbeiteten noch mit diesem einen Aspekt der Geschichte und brachten den Belastungswert in einer Runde auf 0. 

Wie ich schon eingangs sagte, ist es für mich unglaublich. Ich habe schon mit einer Reihe von Menschen gearbeitet, die mehrere schmerzhafte oder traumatische Ereignisse in ihrem Leben hatten, die alle in ein bis zwei Sitzungen aufgelöst werden konnten. Und ich habe und arbeite immer noch mit Menschen, die jahrelangen Missbrauch oder andere schwerwiegende traumatische Erfahrungen durchgemacht haben, die wir nach und nach auflösen.

Aber ich habe noch nie vorher so schnell solch eine große Transformation in der Persönlichkeit eines Menschen erlebt, und eine derart schnelle Auflösung solch großer traumatischer Ereignisse. Mit Samuel zu arbeiten erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit für Gary und seine Entwicklung von EFT. Ich könnte sagen, dass die Ergebnisse zeitweilig an Wunder grenzen. 

Zoe  

 

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